Durch den Siebenjährigen Krieg (1756-1763), der französische
Besatzung, hohe Kriegssteuern und Inflation mit sich brachte, spitzte
sich die Lage des "Harzhaushaltes" weiter zu. Die Zahl der auf den
Silbergruben
beschäftigten Bergleute sank von 480 (1730) auf weniger als 200 (1762).
Um die Menschen nicht verhungern zu lassen, förderte die Bergbehörde
auf Kosten der öffentlichen Kassen durchgeführte
"Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen", um nach neuen Erzmitteln zu suchen; was
auf dem "Inwendigen Zug" schließlich auch gelang. Nach der 1814
endenden krisengeplagten napoleonischen Zeit
setzte nochmals ein kurzer steiler Aufschwung ein. Nachdem um 1820 die
letzten Gruben am Beerberg ("Auswendiger Zug") eingestellt worden
waren, konzentrierte sich die Erzgewinnung nur noch auf wenige Gruben
im Inwendigen Zug, nämlich Samson, Catharina Neufang, Gnade Gottes,
Bergmannstrost, Abendröthe und St. Andreaskreuz.
In den Jahren 1822-24 erreichte die Sankt Andreasberger
Silberproduktion mit etwa 3 t jährlich ihr absolutes Maximum. Danach
gingen die Erträge unaufhaltsam zurück. Verschiedene technische
Neuerungen, wie Fahrkunst (1837 im
Samson eingebaut), Drahtseil (nach 1834) und bessere Sprengmittel oder
die
Zusammenlegung mehrerer kleiner Gruben zu größeren Betriebseinheiten
brachten nur kurzfristig kleine Aufschwünge und änderten nichts am
generellen Produktionsrückgang. Erst um 1850 wurde die Erzgewinnung vom
Strossenbau auf den Firstenbau umgestellt, hierdurch steigerte sich die
Abbauleistung auf 70-80 kg Roherz pro Mann und Schicht (in Clausthal
bei allerdings ganz anderen Gangverhältnissen
betrug diese Leistung damals bereits das Doppelte!). Zwar konnten nun
größere Mengen der noch anstehenden silberarmen Bleierze mit Vorteil
gewonnen werden, doch zur Auffindung der sehr absetzigen
Silberreicherzfälle erwies sich die Vorrichtung mit Feldörtern und
Absinken als zu grobes Raster! Einem zunehmend verfallenden Silberpreis
hatten die extrem
tiefen Bergwerke nichts entgegen zu setzen. Die Gewinnungskosten
blieben
unverändert hoch, so dass das Bergwerk immer stärker in die roten
Zahlen geriet.
Nach der 1866 erfolgten Annektion Hannovers durch Preußen
fielen die letzten Sankt Andreasberger Gruben an den preußischen
Fiskus. Damit vollzog sich 1867 eine völlige Neuorganisation des
Bergbaus. Als Staatsbetrieb unterstand das als "Vereinigte Gruben
Samson" zusammengeschlossen Bergwerk nun einer Berginspektion. Der
Staat behielt damit lediglich den "Inwendigen Zug" als ein fiskalisches
Grubenfeld mit den Schächten Samson, Catharina Neufang, Gnade Gottes
und Bergmannstrost. Es erfolgte zunächst eine "Gesundschrumpfung",
wobei die Beschäftigtenzahl von 800 um 1860 unter hannoverscher Hoheit
auf 290 (1870) sanken. Der östlich daran angrenzende bereits
eingestellte "Auswendige
Zug" wurde unter dem Namen "Andreasberger Hoffnung" von einer
Privatgesellschaft neu gemutet und in Betrieb genommen. Allerdings
blieb dort der Abbau im Bereich des Neuen Glückaufer und Claus
Friedricher Ganges (Beerberger Stollen) bedeutungslos und wurde 1897
wieder eingestellt.
Fallende Silberpreise, schlechte Aufschlüsse und Jahre
großen Wassermangels bedrohten ständig die Existenz der Grube. Anlass
zu neuen Hoffnungen gaben bald einige größere Reicherzfälle, die 1888
erschlossen wurden. Gleichzeitig versuchte man durch Einführung des
maschinellen Bohrens (1889) und dem Bau einer neuen Zentralen Erzwäsche
(Aufbereitung) in unmittelbarer Nähe des Samsons nun auch die
vorhandenen Armerze kostengünstig
gewinnen und verarbeiten zu können. Trotz dieser erheblichen
Investitionen ließ sich der Niedergang nicht aufhalten. Seit 1877
mußten zur Kapazitätsausnutzung der Silberhütte immer mehr Importerze
eingesetzt werden.
Am 31. März 1910 wurde schließlich die letzte Schicht auf der Grube Samson verfahren,
die Belegschaft
war zuletzt nur noch 80 Mann stark. Zwei Jahre später mußte auch die
ebenfalls unrentable Silberhütte stillgelegt werden. Damit endete der
Andreasberger Silberbergbau nach 420 Betriebsjahren.
Abgesehen von den meist zugewachsenen oder überbauten Halden
erinnert über Tage heute kaum etwas daran, dass es in diesem, mit einer Fläche von etwa 2,5 km2
relativ kleinen Revier einst an die 300 Silberzechen gegeben hat. Unter
der Bergstadt erstreckt sich eine labyrinthartige Unterwelt, die "Dank
des festen Gesteins" auch nach vielen hundert Jahren weitgehend
offensteht. Dies zumindest oberhalb der Sieberstollensohle, denn alle
darunter liegenden Baue stehen seit Abschalten der Pumpen, vermutlich
bis in alle Ewigkeit unter Wasser! Die Strecken des "alten Mannes"
weisen zusammengerechnet eine
Gesamtlänge Länge von 70-80 km auf. Der tiefste Abbaupunkt im Revier
auf dem Samsoner Gang befand sich 810 m unter Tage.