AG-Bergbau

Am 1. Juni 2019 fand im Kurhaus St. Andreasberg die Montanhistorische Tagung "Konservierte Zeit" statt.

Erkenntniss und Fundstücke aus der nunmehr 30-jährigen Erforschung der Grubenbaue des historischen Andreasberger Bergbaus, insbesondere das Auswendige Silberbergbau-Revier bildeten die Grundlage.
In diesem Jahr konnte erstmals ein interdisziplinärer Ansatz zwischen aktiver bergmännischer und montanhistorischer Forschungsarbeit sowie der Montanarchäologie und dem niedersächsischen Landesarchiv verfolgt werden und durch die Anwesenheit der Präsidentin des Landesarchivs, dem Direktor der Welterbestiftung sowie vielen Vertretern und Referenten vom Landesamt für Denkmalpflege konnten wir unsere Kompetenz und Zuverlässigkeit bei der Erforschung des Beerberges unter Beweis stellen.

MHK 2019 Bock 1

Die Tagung richtete sich an die interessierte Öffentlichkeit, Experten und Institutionen. Über 120 Teilnehmer bei der Tagung und rund 60 Exkursionsteilnehmer am darauffolgenden Tag zeigten das große Interesse an dem Themenkreis. Geradezu sensationell für das Revier sind die aktuellen Neuzugänge von Grubenrisse, wiederentdeckte frühneuzeitliche Grubenanlagen und erste Ergebnisse von montanarchäologischen Datierungsarbeiten an Fundobjekten. Besondere Aufmerksamkeit genoss darüber hinaus der Vortrag über die Computertomographie eines Bergeisen-Fundes der Arbeitsgruppe Bergbau aus dem letzten Jahr. Insgesamt 16 Bergeisen – vermutlich aus dem 16. Jahrhundert - wurden nachgewiesen und detailliert vermessen.

Der Tagungsband ist in zweiter Auflage wieder verfügbar.

 

 

Vorstand Vorname Name Ort_p Eintrittsdatum
Schriftführer Jörg Bertram Essen 09.09.1998
1. Vorsitzender Matthias Bock Freiberg/Sachsen 01.01.1986
  Thomas Böttcher Sankt Andreasberg 07.01.1989
Grubenrat Gerd Braune Sankt Andreasberg 10.08.1996
  Franziska  Crutziger Clausthal-Zellerfeld 29.01.2018
  Stefan Daniel Friedrichsdorf OT Burgholzhausen 30.09.1990
  Fritz Dittmar Bad Lauterberg 12.04.2008
  Andreas Ebeling Bad Lauterberg 29.02.1992
Grubenrat Achim Eberhard Halle 01.01.2004
Grubenrat Andreas Eberwien Adelebsen 09.04.2003
  Alfred Geers Freiberg/Sachsen 03.10.2014
  Eike Geers Clausthal-Zellerfeld 03.10.2014
  Reinald Grüning Moringen 21.07.1993
Grubenrat Dirk Hochbaum Hannover 18.08.2004
Grubenrat Björn Holm Bad Harzburg 14.08.1999
  Burkhard Jahn Südharz / OT Hayn 23.07.2011
Grubenrat Julian Kirchner Herzberg am Harz 01.01.2003
Grubenrat Jens Klinge Goslar 05.12.2009
  Uwe Licht-Klagge Hannover 14.09.1989
Betriebsleiter Markus Liebermann Goslar 04.09.1989
2. Vorsitzender Wilfried Ließmann Göttingen 10.01.1989
Grubenrat Stephanie Lohmeier Clausthal-Zellerfeld 01.01.2015
  Lutz Markworth Rösrath 01.09.1989
Grubenrat Alexander Matz Berlin 02.01.2010
Grubenrat Marius Mayer Wolfsburg 11.08.2017
  Doreen Müller Harzgerode 04.09.2017
  Martin Müller Harzgerode 04.09.2017
Grubenrat Andreas Pahl Clausthal-Zellerfeld 26.04.2012
  Axel Porath Rostock 23.08.2012
Grubenrat Bernd Richter Bad Lauterberg 15.05.2012
  Tobias Rosga Clausthal-Zellerfeld 01.01.2005
  Lars Schirmer Hattorf am Harz 06.02.2016
  Simon-Patrick Schulz Clausthal-Zellerfeld 12.12.2016
  Lutz Schwarzbürger Northeim 25.03.2011
  Peter Mario Schwider Bietigheim-Bissingen 28.07.1993
  Jens Steinberg Lünen 26.01.1993
  Marcus Stemmann Recklinghausen 28.01.2001
  Jörn Struwe Clausthal-Zellerfeld 19.04.2002
  Frank Taschner Hannover 09.07.2017
  Bernd Tieben Sankt Andreasberg 07.09.1989
Grubenrat Jonas Weber Salzgitter-Gebhardtshagen 10.02.2016
Grubenrat Marco Woltermann Göttingen 28.08.1993

Die von einigen Harzer Bergbaufreunden 1988 ins Leben gerufene Arbeitsgruppe schloss sich 1989 dem bereits seit 1931 bestehenden St. Andreasberger Verein für Geschichte und Altertumskunde e.V. an. Diesem Verein gehörte das Grundstück, auf dem sich heute der Zechenplatz befindet, so dass nun eine Basis für weitere Arbeiten vorhanden war. Bildete anfangs nur die Erhaltung der bereits stark verfallenen Eisenerzgrube Roter Bär, die 1931 - 1943 als erstes Harzer Besucherbergwerk von dem Verein betrieben worden war, den Zweck dieser privaten Initiative, so erweiterten sich die Tätigkeitsbereiche mit einer rasch anwachsenden Mitgliederzahl (gegenwärtig rund 180 im Geschichtsverein und 25 Aktivisten in der AG Bergbau) bald. Kernziele bilden nun die Erforschung, Dokumentation und Erhaltung aller alter Bergbauanlagen im Bereich des "auswendigen Grubenzuges", sowie der Betrieb eines Besucherbergwerks. Dank großzügiger Gestattungsverträge mit den Inhabern der angrenzenden Grubenfelder und ideeller Unterstützung seitens der Bergstadt, gelang es einen funktionierenden, unter bergbehördlicher Aufsicht stehenden Bergbaubetrieb zu schaffen. Als Infrastruktur für alle weiteren Aktivitäten entstand in Eigenarbeit ein Ensemble von Betriebsgebäuden (Zechenhaus, Lampenstube, Kompressorstation, Werkstatt, Schmiede, Fördermaschinenhaus)

Im Mittelpunkt der seit 10 Jahren betriebenen Altbergbauforschung steht die Wiederaufwältigung alter Grubenbaue auf dem Wennsglückter Gang. Da die Bergbauaktivitäten hier bis ins 16. Jahrhundert zurück reichen und sich bis ins frühe 20. Jahrhundert erstrecken (sechs verschiedene Betriebsperioden) ist dieses Grubengebäude für bergbauarchäologische Untersuchungen ideal geeignet. Integriert ist der Verein auch in die Arbeitsgemeinschaft Harzer Bergbau- und Hüttenmuseen e.V. Ein zweites Standbein der Vereinstätigkeit ist die Arbeitsgruppe Montangeschichte, die Quellenstudium (Bergbauakten) betreibt, Publikationen erstellt und im Rahmen nationaler und internationaler Tagungen, Arbeitstreffen und Workshops Kontakte zu gleichgesinnten Forschergruppen, Museen , Universitäten und anderen Forschungsinstitutionen hält.

Der Geschichtsverein veranstaltet allein oder gemeinsam mit anderen Institutionen Seminare und Vortragsveranstaltungen. Das vom Verein herausgegebene Mitteilungsblatt Glückauf erscheint dreimal jährlich. Außerdem ist der Verein Herausgeber der Reihe "Beiträge zur Bergbaugeschichte von Sankt Andreasberg". Finanziert werden all diese Aktivitäten ausschließlich durch Eigenmittel und Spenden. Zur Unterstützung wurde 1994 ein Förderverein mit Namen "Gewerkschaft Grube Roter Bär" gegründet, der Kuxen als symbolische Anteilsscheine gegen eine jährlich fällige Zubuße verkauft.

Arbeitsstatistik 1990-2005

arbeitsstunden_1990-2005
schichten_tage_1990-2005 

Das Besucherbergwerk Roter Bär

Seit 1990 finden im Tagesstollen der Grube Roter Bär regelmäßig Führungen statt. Anders als in "normalen" Schaubergwerken ist die Grube nicht ausgeleuchtet so dass sich hier jeder Gast dem Bergwerk anpassen muss, d. h. er benötigt Gummistiefel, Helm und Akkukopflampe, was vor jeder Grubenfahrt gestellt wird. Außerdem sollte man die eigene Kleidung dem Besuch anpassen, sie sollte auch mal einen Fleck vertagen können, da es bei uns natürlich auch dreckig ist.

 

Im Rahmen der öffentlichkeitsarbeit vermitteln die Mitglieder der Arbeitsgruppe Bergbau life zum Anfassen und Mitmachen ! Reguläre Führungen von Anfang April bis Ende Oktober immer Sonnabend 14 Uhr; Gruppen nach Voranmeldung

besucher_1990-2005

Entwicklung der Arbeitsgruppe

Die Arbeitsgruppe Bergbau ist eine von mehreren Arbeitsgruppen, die sich im Sankt Andreasberger Verein für Geschichte und Altertumskunde e.V. um die Erforschung und Dokumentation der regionalen Geschichte bemüht. Dieser Verein wurde 1931 gegründet und betrieb bereits in früheren Jahren ein Besucherbergwerk im Roten Bären. Nach dem zweiten Weltkrieg konzentrierten sich die Vereinsaktivitäten auf die Instandsetzung der übertägigen Anlagen der Grube Samson, welche inzwischen von der Stadt Sankt Andreasberg als Museum betrieben werden. In den 80er Jahren ruhte die Arbeit auf dem Bergbausektor, bis sich 1989 die Arbeitsgruppe Bergbau aus der Mannschaft des Roten Bären neu bildete.

Mitarbeiten

Wer Interesse an unserer Arbeit hat, kann entweder um 14:00 Uhr an der Führung teilnehmen, um sich ein Bild unserer Tätigkeiten zu machen oder natürlich auch direkt ab morgens mitarbeiten. Wir treffen uns jeden Samstag ab ca. 09:30 h zum Arbeiten. Wer mitarbeiten möchte, kann sich unter dieser Email Adresse mit uns in Verbindung setzen: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Prinzipiell kann der Arbeitsgruppe Bergbau jeder beitreten. Bedingung ist die Vollendung des 16. Lebensjahres und die Mitgliedschaft im Verein für Geschichte und Altertumskunde. Die Interessen können dabei beispielsweise aus den Bereichen Bergbautechnik, Mineralogie oder Bergbaugeschichte sein, aber auch alle anderen sind natürlich herzlich Willkommen. Hauptsache ist, man hat Spaß an der Beschäftigung mit dem historischen Bergbau und ist bereit, dafür ein paar Stunden Arbeit pro Monat in Kauf zu nehmen. Um allerdings zu verhindern, dass Personen, welche den Sinn des Vereinslebens nur im Debattieren und Kritisieren sehen, Einfluss auf die Arbeit der Aktiven nehmen, haben wir das Stimmrecht für die Entscheidungen der Arbeitsgruppe an die Verpflichtung zu 100 Arbeitsstunden pro Jahr gebunden.

 

gruppenfoto_ag
Gruppenbild beim Bergfest 2008
 

Natürlich besteht das Arbeitsgruppenleben nicht nur aus Arbeiten und Debattieren. Im Januar jeden Jahres treffen wir uns, um einen Rückblick auf das vergangene Geschäftsjahr zu halten und organisatorische Fragen zu regeln. Zum ersten Samstag im Juli präsentieren sich Grube und Mannschaft beim Bergfest im Bärener Tal der Öffentlichkeit. Zwischendrin eingebunden sind Bergwerksbefahrungen, Festivitäten wie das Bergdankfest im Februar und bei gutem Wetter fast jeden Samstag gemeinsames Grillen nach der Arbeit auf unserem Gelände. Höhepunkt des Jahres ist unbestritten unser jeweils einwöchiges Seminar in einem auswärtigen Bergbaurevier. Eine Woche lang besichtigen wir von morgens bis abends Bergwerke und Industriebetriebe. Danach sind wir meistens urlaubsreif. ;-)

Die Ziele der letzten Jahre waren:

  • Harz
  • Erzgebirge
  • Fischbacher Kupferrevier
  • Siegerland
  • Ruhrgebiet
  • Südtirol
  • Schweiz
  • Elbtunnel
  • Stahlwerk Salzgitter AG
  • Schwarzwald

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gehören der Arbeitsgruppe Bergbau 30 Mitarbeiter an.